Starlight Express

Starlight Express

Inhalt     Musiknummern     Aufführungsorte/Spielzeiten


Inhalt

1. Akt: An einem unbekannten Ort in einer nicht bestimmten Zeit findet ein kleiner Junges des Nachts keinen Schlaf. Der Grund dafür ist seine Spielzeugeisenbahn, von der er einfach nicht ablassen kann. Doch seine Mutter setzt dem Spuk ein Ende und schickt ihn mit einem Lied über den sagenumwobenen "Starlight Express", dem Gott der Eisenbahnen, zu Bett. Nach diesem lediglich akustischen Vorspiel setzt das Bühnengeschehen ein und somit gleichsam der Traum des kleinen Jungen, in dem er eine Schar internationaler Züge zur Weltmeisterschaft der Lokomotiven antreten lassen wird. Er selbst fungiert darin als unerbitterlicher Schiedsrichter mit Namen "Control".
Dunkel gekleidete Gestalten erscheinen auf der Bühne und entpuppen sich rasch als Gang der machohaften Diesellok Greaseball. Dessen Ansicht, er sei "der Schnellste den es jemals gab", widerspricht keck die junge Dampflok Rusty, die mit vier charmanten, weiblichen Waggons als nächster einfährt. Seinen Ausruf "Keiner kann es besser als die Dampflok" können die angekoppelten Damen amüsiert bestätigen, scheinen jedoch entsetzt und besorgt, als Rusty durchblicken läßt, daß auch er mit seinem veralteten Equipment am Rennen teilnehmen möchte. Vor allem Pearl, der wunderschöne 1. Klasse Waggon, ist verzweifelt, da ihr Freund zu erwarten scheint, daß sie ihn beim Rennen begleiten werde. Neben Pearl und ihrer Freundin, dem Speisewagen Dinah, stellen sich ebenfalls Buffy, der rigorose Buffetwagen, und die rassige Ashley, ihres Zeichens Raucherwagen, vor. Sie alle sind sich einig, daß sie zum Glücklichsein einen Zug mit Kraft und Power brauchen, halt "'ne Lok mit Locomotion". Nach der Parade der Frachtwaggons und der Vorstellung der internationalen Züge wird Control beim Erläutern der Regeln abrupt gestört. Gerade nachdem er erklären konnte, daß die Sieger der beiden Vorentscheidungsrennen bei der Endausscheidung laufen dürfen, erhellen Laserblitze den Ort des Geschehens und sorgen zischende Geräusche für beängstigende Verwirrung unter den versammelten Teilnehmern. Mit einem furiosen Auftritt meldet sich in letzter Sekunde der Zug der Zukunft, die spacige und gefährliche E-Lok Electra für das Rennen an. Pearl scheint von ihm magisch angezogen und landet schließlich unbewußt an seiner Seite. Greaseball, erzürnt durch das prahlerische Auftreten der E-Lok, versucht in plump-erotischer Weise, die Waggons zu umwerben. Vor allem die etwas naive Dinah scheint von soviel Männlichkeit betört und willigt freudig ein, gemeinsam mit ihm an den Start zu gehen. Die arme Pearl kann sich derweil nicht recht entscheiden, ob sie Electra oder Rusty beim bevorstehenden Rennen begleiten soll. Als ein Abgesandter Electras ihr mitteilt, daß sein Herr sie offiziell um die gemeinsame Fahrt bitte, wird Rusty Zeuge des Gespräches und fleht Pearl an, mit ihm zu fahren. Doch die wankelmütige Schönheit erbittet sich mehr Zeit und die ihr notwendige Freiheit.
Kurze Zeit später erscheint sie zum Beginn des Rennens: an der Seite von Electra! Die Dampflok Rusty, ohne Waggon und somit nicht teilnahmeberechtigt, beobachtet das anschließende Rennen, bei dem sich Greaseball und Electra für die Endausscheidung qualifizieren können. Als die Diesellok jedoch im Anschluß von Dinah ob seines unfairen Verhaltens zur Rede gestellt wird, trennt er sich in rüder Art und Weise von seinem Waggon. Trost findet die völlig aufgelöste Dinah ausgerechnet bei Red Caboose, dem Bremswagen, der in Absprache mit Greaseball das Rennen zu dessen Gunsten durch geschicktes Abbremsen der Konkurrenz manipuliert hatte. Die uralte Dampflok Papa betritt die Szene, fest entschlossen, am zweiten Vorentscheidungsrennen teilzunehmen. Doch keiner findet sich ein, ihn zu begleiten, bis letztendlich Dustin, der stämmige und etwas dümmliche Kohletender, seine Unterstützung anbietet. Tatsächlich gelingt es den beiden mit viel Glück, das Rennen zu gewinnen, doch danach bricht Papa erschöpft zusammen. Er fordert Rusty auf, für ihn das Finale zu bestreiten. Unentschlossen sucht Rusty nach der rechten Entscheidung und wendet sich in einem Akt der Hilflosigkeit an den allmächtigen "Starlight Express". Doch seine Bitte um Beistand und Hilfe scheint unerhört zu verhallen, und so endet das "Drama" zunächst mit dem klassischen Bild des Entmutigten auf der Suche nach Weisheit und Erleuchtung.

2. Akt: Eine große Parade der internationalen Züge rollt über die Bühne. Nervosität liegt in der Luft, denn jeder will siegen und beweisen, daß er der Schnellste ist. Abseits findet man die immer noch schmollende Dinah, tief bedrückt ob der Tatsache, daß sie nicht "gekuppelt" ist, sprich, sich keine männliche Lokomotive für sie interessiert. Sie scheint ihr Herz nach wie vor an Greaseball verloren zu haben. Doch wofür sind gute Freundinnen da, und geschwind erteilen ihr Ashley und Buffy einen Schnellkurs in Sachen "Emanzipation". "Du mußt so tun als ob du ihn nicht siehst", heißt einer der wertvollen Hinweise von Frau zu Frau, und es verwundert nicht, daß Dinah anschließend selbstbewußt und couragiert in den Kampf um ihren Herzallerliebsten zieht. Der erste Schritt zum Rachefeldzug: Sie bietet sich Electra als Waggon für das nächste Rennen an. Red Caboose plant derzeit neue Intrigen für das Finalrennen und schlägt Rusty vor, ihn zu begleiten. Gutgläubig nimmt die Dampflok das freundliche Angebot an. Doch der Intrigant bremst ihn unbarmherzig aus und erreicht so, daß Rusty hoffnungslos zurückbleibt und am Ende des Rennens entgleist, woraufhin der Schiedsrichter eine Wiederholung des Rennens verlangt.
Rusty sucht in seiner Verzweiflung erneut das Gespräch mit dem mächtigsten aller Züge. Diesmal scheint sein Flehen erhört worden zu sein, und er muß entdecken, daß jeder, der nur an sich selbst glaubt, die Allmacht des "Starlight Express" in sich trägt. Beflügelt und gestärkt macht er sich gemeinsam mit Dustin auf zum Finale. Dinah entpuppt sich erneut als Romantikerin und beschließt, aus grundsätzlichen Erwägungen der E-Lok abzuschwören. Den einleuchtenden Grund nennt sie ohne Scheu beim Namen: "Hab' ihn nie pfeifen gehört". Blitzschnell springt Red Caboose für sie ein und geht mit Electra an den Start, während Pearl an der Seite von Greaseball fährt. Das Rennen nimmt seinen dramatischen Beginn, doch plötzlich wird Pearl abgekoppelt und taumelt verletzt und hilflos umher. Ungeachtet der Wichtigkeit des Rennens eilt Rusty ihr zu Hilfe, doch sie spornt ihn an, weiterzufahren. Derzeit geht der erbitterte Zweikampf zwischen Electra und Greaseball in die entscheidende Phase, doch sie haben ihre Rechnung ohne die Tücke des Red Caboose gemacht, der nun beide abbremst und einen Unfall heraufbeschwört. So gelingt es Rusty und seinem Freund Dustin doch noch, unter den Jubelstürmen der Herbeigeeilten den Sieg davonzutragen. Im allgemeinen Freudentaumel vermißt man jedoch Pearl und macht sich gemeinsam auf die Suche.
Plötzlich betreten drei arg malträtierte Wesen die Bühne: Electra, Caboose und Greaseball finden in der gemeinsamen Not zueinander und bekennen reumütig, daß sie wohl einen "Rock'n'Roll zuviel" gehabt haben. Abseits vom Geschehen steht Pearl und erkennt, gerührt von Rustys spontaner Hilfe während des Rennens, daß er der Zug ihrer Träume ist. Als die Dampflok sie endlich aufgespürt hat, scheint sie bedrückt, da sie glaubt, er habe ihretwegen das Rennen verloren. Doch Rusty kann sie beruhigen und teilt ihr mit, daß er eigentlich ihretwegen gewonnen habe. Endlich bricht sich die Liebe ihre Bahn, und nach all der Verwirrung der Gefühle treffen sich die zwei Herzen glücklich vereint um unendlichen Land der Eisenbahnen und Schienen. Auch Dinah findet in Greaseball ihren neuen Lebensabschnittpartner, nachdem dieser sie recht unbeholfen um Entschuldigung gebeten hatte. Ein letztes großes Fest aller Züge und Waggons beendet die dramatischen Ereignisse der letzten 125 Minuten, und die Erkenntnis, daß auf Dampf auch in Zukunft immer Verlaß sein wird, verbindet die ehemaligen Konkurrenten und läßt sie zu neuen Freunden werden.

Quelle: Musical-Jahrbuch 1998

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Musiknummern

1. Akt 2. Akt
Ouvertüre Rap
Rolling Stock G.E.K.U.P.P.E.L.T.
Liebesexpress Girls' Rolling Stock
Endlich kommt für mich die Zeit Mein Spiel
'Ne Lok mit Locomotion Das 3. Rennen
Fracht Nicht der rechte Zeitpunkt, nicht der rechte Ort
AC/DC Starlight Sequenz
Pumping Iron Rusty und Dustin
Fracht (Reprise) Dinahs Trennung
Pearl, welche Ehre Das 4. Rennen
Hilf' mir versteh'n Ein Rock'n'Roll zuviel
Das 1. Rennen Du allein
Das war unfair Ein Licht am Ende des Tunnels
Dein Freund
Papas Blues
Das 2. Rennen
Bummellok
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Aufführungsorte/Spielzeiten

Deutschland:
Starlight Express Theater, Bochum, ab 12.06.1988
West End:
Apollo Victoria Theatre, London, 27.03.1984 - 12.01.2002
Broadway:
Gershwin Theatre, New York, 15.03.1987 - 08.01.1989

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© Dani, März 2005

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