Sunset Boulevard

Sunset Boulevard

Inhalt     Musiknummern     Aufführungsorte/Spielzeiten


Inhalt

Prolog: Im Morgengrauen erhellt Blitzlichtgewitter das trübe Licht des neuen Tages. Bei der angerückten Polizei und den versammelten Fotografen herrscht Aufregung über einen Mann, der tot im Pool des Gartens einer alten Villa treibt.
Kurze Zeit später wird der Leichnam weggetragen, doch plötzlich scheint noch einmal Leben in den reglosen Körper zurückzukehren. In den nächsten Stunden wird uns der junge Mann von den Vorkommnissen der letzten sechs Monate berichten, bevor seine Geschichte schließlich der Vergangenheit angehört. Wir befinden uns in Los Angeles; die Adresse lautet: Hollywood, 10086, Sunset Boulevard.

1. Akt: Hollywood im Jahre 1949. Der Filmautor Joe Gillis hat in den zurückliegenden Monaten nicht gerade auf der Sonnenseite des Lebens gestanden. Seine letzten Bücher wurden allesamt von den großen Filmstudios abgelehnt, und mittlerweile sind ihm zwei Geldhaie auf den Fersen, die 300 Dollar als Rate für seinen Wagen einzutreiben haben. Schon früh am Morgen hat er sich heute auf den Weg in die Paramount-Studios gemacht, wo er auf einen neuen Job hofft. Hier bestimmen Hektik und Trubel das Bild, und rasch gelingt es Joe, noch einige Worte mit seinem Freund Artie zu wechseln, bevor er im Büro von "Sheldrake" landet. Doch dieser hält auch keine angenehme Überraschung für Joe bereit, und als er nach dessen letzten Manuskript schickt, teilt ihm seine Sekretärin Betty Schaefer mit, daß er seine Zeit mit diesem Werk erst gar nicht zu verschwenden brauche. Ein "guter" Start für Joe, der danach nur möglichst schnell das Studiogelände verlassen möchte. Doch die ungnädigen Schuldeneintreiber hatten seine Spur verfolgt und stellen ihn zur Rede. Mit Hilfe von Betty Schaefer gelingt es ihm jedoch, den beiden zu entkommen, aber die attraktive Frau, Mitte zwanzig, verlangt eine Gegenleistung: Sie möchte mit ihm unbedingt über ein früheres Manuskript sprechen, das sie sehr beeindruckt hatte. Er nimmt den Vorschlag eines Treffens am nächsten Donnerstag im Lokal "Schwab's" an und macht sich dann schleunigst aus dem Staub.
Auf der überstürzten Heimfahrt entpuppt sich sein Vorsprung kleiner als gedacht, und seine Verfolger befinden sich bereits dicht hinter ihm. Erst nach einer dramatischen Autojagd gelingt es ihm, sich in der leeren Garage einer alten Villa am Sunset Boulevard zu verstecken, wo er langsam zur Ruhe kommt.
Unwirklich und verwunschen erscheint ihm der Anblick der Villa mit ihrem von Unkraut überwucherten Garten, der trostlosen Bepflanzung und dem abgedeckten Pool. Plötzlich ertönt eine Frauenstimme aus dem Inneren des Hauses, die seine späte Ankunft kritisiert, und noch bevor der reichlich irritierte Joe darauf zu reagieren weiß, wird er schon durch einen älteren Diener in den prunkvollen Salon des Hauses geleitet. Von der Galerie steigt eine elegante und etwas skurril gekleidete Frau getragenen Schrittes die Stufen hinab. Die Hausherrin, sie mag wohl Ende fünfzig sein, bewegt sich gezielt auf einen Tisch zu, auf dem ein lebloses Äffchen aufgebahrt liegt. Voll tiefer Trauer beklagt sie den Verlust ihres kleinen Freundes, dem sie nun das letzte Geleit geben möchte. Peinlich berührt realisiert Joe, daß die Dame ihn offensichtlich für den Bestatter hält. Er stellt sich kurz vor und versucht das Mißverständnis zu klären, als ihm die Frau auch schon erzürnt befiehlt, das Haus umgehend zu verlassen. Bereits im Gehen begriffen stutzt er plötzlich, denn irgendwie scheint er die eigenwillige Dame schon einmal gesehen zu haben. Dann fällt es ihm plötzlich ein, wen er vor sich hat: Norma Desmond, ein großer Stummfilmstar, der in der Dämmerung des Films als Diva des Genres galt. Gillis erfragt ihre Identität, und umgehend schwelgt Norma in Erinnerungen an die glorreiche Zeit, in der sie der Star für Millionen Kinobesucher war, eine Zeit, in der ein Gesicht, eine Geste noch mehr auszudrücken vermochte, als alle Worte dieser Welt. Doch nun, so erklärt sie Joe, wolle sie für all ihre Fans auf die Leinwand zurückkehren, und dafür habe sie eine Abhandlung über die biblische "Salome" verfaßt. Plötzlich hält Joe auch schon das mehrere hundert Seiten umfassende Skript in der Hand und wird von Norma bedrängt, es für ihn professionell zu überarbeiten. Trotz seines unverschämt hohen Tagessatzes erhält er von Norma den Zuschlag und kommt schließlich auch ihrem Wunsch nach, während seiner Tätigkeit im Gästezimmer des Hauses zu nächtigen. Nachdem Max, der Diener, ihn kurze Zeit später zu einem spartanisch möblierten Raum geleitet hat, beobachtet Joe unbemerkt die anschließende Beisetzung des Äffchens. Wie einem Kind, das man zur Ruhe bettet, gibt die leise weinende Norma dem liebgewonnenen Haustier das letzte Geleit. Berührt von ihrer Trauer und offensichtlichen Einsamkeit schläft Joe ein.

Ein Szenenwechsel führt zum Lokal "Schwab's", einem beliebten Treffpunkt für Leute aus der Filmszene. Joe kommt dort reichlich verspätet zu seiner Verabredung mit Betty und trifft zunächst wieder auf Artie, der ihm freudestrahlend von der bevorstehenden Hochzeit mit seiner neuen großen Liebe erzählt. Wenige Minuten später will er Joe seine Herzensdame vorstellen, doch das erweist sich als unnötig, entpuppt sich die Auserkorene doch als Betty Schaefer. Kaum, daß sie Joe entdeckt hat, berichtet sie ihm schon von ihrem Wunsch, sein Werk "Blind Windows" gemeinsam zu überarbeiten und versucht ihm klarzumachen, wieviel Potential in diesem Stoff läge. Doch Joe nimmt sie nicht ernst, zeigt sich abweisend und wenig interessiert. Er überläßt ihr den Stoff und reicht ihr zum Abschied die Hand, als Artie von einem wichtigen Telefonat zurückkehrt und Joe für seine bevorstehende Silvesterparty einlädt.

Spät am Abend kehrt Joe zurück in die Villa, die im fahlen Licht des Mondscheins eine fast gespenstische Atmosphäre verbreitet. An der Garage trifft er auf Max, der ihn nach seiner langen Abwesenheit befragt und zudem ungehalten mitteilt, daß "Madame" ihn bereits gesucht habe. Er bittet Joe um Nachsicht im Hinblick auf den labilen Gemütszustand Normas, der oftmals schwere Depressionen hervorrufe und bereits einige Selbstmordversuche ausgelöst habe. Joe reagiert verwundert auf diese Information, hatte Norma ihm doch voller Stolz von den vielen täglichen Briefen ihrer treuen Fans berichtet, etwas, das sicherlich jede Trauer und jeden Schwermut zu verscheuchen vermag. Doch Max läßt durchblicken, daß er der Absender aller dieser Briefe sei, damit Norma nach wie vor das Gefühl habe, geliebt und verehrt zu werden.

Joe verbringt die nächsten Tage unter den Argusaugen der Hausherrin damit, ihr Manuskript zu bearbeiten. Abends führt Max im Haus die großen Filmerfolge des ehemaligen Stars vor. In eleganter Robe sitzt dann eine völlig entrückte Norma neben Joe und begeistert sich an den Rollen ihres Lebens. Diese Frau, die so ihre Vergangenheit im silbernen Himmel aus Zelluloid und prachtvollen Träumen Abend für Abend aufs Neue durchlebt, erweckt in ihm Mitleid.

Die Wochen ziehen dahin, und an einem regnerischen Dezembermorgen - das Skript ist bereits fertiggestellt - teilt eine aufgeregte Norma ihrem Zweckverbündeten Joe mit, daß der Tag gekommen sei, an dem die Übergabe an Paramount bevorstehe. Max wird beauftragt, das Werk dem legendären Regisseur und ehemaligen Vertrauten Normas, Cecil B. DeMille, persönlich zu überreichen. Joe sieht sein Engagement als beendet an und will von Norma Abschied nehmen. Doch diese reagiert fast panisch und fleht ihn an, doch so lange zu bleiben, bis eine Nachricht von den Paramount-Studios eingetroffen sei. Er bemerkt ihre Betroffenheit und willigt ein, weiter ihm Haus zu wohnen. Norma greift beglückt für einen Moment nach seiner Hand...

Wenige Tage später hält Norma eine Überraschung für Joe bereit: Als Geburtstagsgeschenk hat sie die besten Schneider der Stadt ins Haus kommen lassen, um Joe neu einzukleiden. Dieser reagiert verärgert über all den Trubel und begreift nicht den Sinn des ganzen Aufmarsches. Doch Norma berichtet, daß die eine große Silvesterparty mit illustren Gästen plane und er dafür etwas Adäquates zum Anziehen benötige. Peinlich berührt teilt ihr Joe mit, daß er bereits eine Einladung für den Silvesterabend angenommen habe, doch es gelingt ihr, ihn umzustimmen.

Es ist Silvesterabend. Ein kleines Salonorchester spielt auf, und Joe erwartet im Frack die Ankunft der Gäste. Norma schreitet elegant gekleidet von der Galerie herab und die beiden beginnen einen Tanz, den Norma mehr und mehr zu einem intimen Miteinander werden läßt. Ein erster, flüchtiger Kuß verunsichert den jungen Autor, und plötzlich beginnt ihr Verhalten ihm unangenehm zu werden. Er fragt, wann die anderen Gäste zu erwarten seien, worauf ihm die amüsierte, gutgelaunte Norma süffisant mitteilt, daß niemand sonst geladen sei und sie den Abend mit ihm allein verbringen möchte. Sie gesteht ihm ihre Liebe; Joe reagiert abweisend und ohne Verständnis. Irritiert und erzürnt über Normas Gefühle bittet er Max, ihm ein Taxi zu rufen. Er läßt eine sichtlich verwirrte Norma allein im Salon des Hauses zurück.

Eine Bombenstimmung herrscht auf der Silvesterparty in Arties Appartement, als Joe dort völlig "overdressed" auftaucht. Betty verkündet voller Stolz, daß ihre ersten Arbeiten an "Blind Windows" erfolgreich seien und Sheldrake aufgrund einer kurzen Leseprobe bereits reges Interesse daran gezeigt hätte. Sie bittet Joe erneut darum, mit ihr gemeinsam das Werk umzuschreiben, und erinnert ihren schon eifersüchtigen Verlobten Artie daran, daß er in den nächsten Tagen ohnehin in Tennessee sein werde und sie die Zeit seiner Abwesenheit doch zur Arbeit mit Joe nutzen könne. Plötzlich scheint auch Joe begeistert von der Idee und verspricht Betty, gleich am nächsten Tag die gewünschte Kooperation zu beginnen. Spontan greift Joe, wenige Sekunden vor Mitternacht zum Telefon, um Max zu bitten seine Koffer bereitzustellen. Doch Max scheint verwirrt und teilt ihm mit, daß Norma sich mit einer Rasierklinge ihre Pulsschlagadern aufgeschnitten habe. "Frohes neues Jahr" schallt es durch Arties Appartement, Konfetti und Luftschlangen fliegen durch den Raum, in dessen Mitte ein verstummter Joe steht, der langsam den Telefonhörer auflegt. Gerade als Betty zu ihm eilt, um ihm alles Gute für 1950 zu wünschen, verläßt er kurzentschlossen die Feier und macht sich auf den Weg zurück zum Sunset Boulevard.
Dort angekommen, trifft er auf eine aufgelöste Norma, deren Handgelenke mit großen Binden verbunden sind. Schuldbewußt gesteht er ihr sein Mitgefühl und versichert, daß er sie nicht habe verletzen wollen. Doch Norma zeigt sich abweisend und befiehlt ihm, das Haus zu verlassen. Joe setzt sich behutsam zu ihr, küßt ihre Lippen mit den Worten "Ein frohes neues Jahr", Norma umarmt ihn sanft und beide versinken im Dunkeln.

2. Akt: Am frisch gefüllten Pool der Villa sitzt ein gutgelaunter Joe Gillis, der sich offensichtlich bestens mit seiner neuen Tätigkeit als "Gigolo" arrangiert hat. Plötzlich taucht Norma auf und berichtet aufgeregt von einem Anruf aus den Paramount-Studios. Sie gibt sich allerdings verärgert darüber, daß DeMille nicht persönlich am Telefon war, sondern lediglich einer seiner Assistenten. Drei Tage später fährt ihr edler Oldtimer, ein Isotta-Fraschini aus dem Jahr 1932, den Sunset Boulevard hinauf in Richtung Paramount-Studios. Max chauffiert die Karosse mit Norma und Joe an Bord bis vor das große Tor der Studios und bekommt nach anfänglichen Schwierigkeiten freie Einfahrt in das Gelände. DeMille erhält Meldung über die Ankunft "einer Norma Desmond" und scheint darüber äußerst verwundert. Dennoch läßt er sie zu sich bitten, und so sieht man bald darauf, wie Norma in einer belebten Studiohalle auf ihn wartet, während Joe und Max sich draußen aufhalten. Einige Minuten lang sitzt Norma gedankenversunken zwischen Requisiten, Beleuchtern und Schauspielern. Die Erinnerung an ihr vergangenes Leben, das hier in diesen Hallen stattgefunden hat, kehrt zurück und stärkt ihren Willen, zum Film zurückzufinden. Draußen trifft Joe auf Betty, bei der er sich seit der Silvesterfeier nicht mehr gemeldet hatte, und muß sich ihrer Kritik dazu stellen. Max, der am Auto auf Norma wartet, wird von einem aufgeregten Sheldrake bestürmt, der ihm mitteilt, daß er es sei, der kürzlich angerufen habe, da er für seinen neuen Film dringend den wunderbaren Oldtimer als Leihgabe erbitten wollte. Plötzlich begreift Max das Mißverständnis und klärt wenige Minuten später den verdutzten Joe über die wahren Beweggründe für den Anruf auf. Gut gelaunt kommt nun auch Norma dazu, die die harmlose Plauderei mit DeMille dahin interpretiert hat, daß eine Entscheidung des Studios für ihr neues Filmprojekt kurz bevorstehe.
Am Abend findet sich Joe erneut im Gelände der Paramount-Studios ein und bearbeitet in einem kleinen, spartanisch eingerichteten Büro sein Werk "Blind Windows" gemeinsam mit Betty Schaefer. Die gute Laune und das produktive Miteinander der beiden beruht auf gemeinsamer Freude an dieser Zusammenarbeit.
Norma bereitet sich am nächsten Tag schon auf die ersten der ersehnten Drehtage vor. Ein ganzer Stab von Ärztinnen, Kosmetikerinnen und Astrologen umsorgt die Dame und versucht, ihrer verblaßten Schönheit einen zeitgemäßen Anstrich zu geben. Während der Prozedur fällt Normas Blick immer wieder auf Joe, der einen offensichtlich nervösen Eindruck macht und irgend etwas zu suchen scheint. Als die beiden allein sind, macht Norma ihm eine Eifersuchtsszene, da sie den Namen und die Telefonnummer von Betty Schaefer gefunden hat und nun denkt, daß die beiden ein Verhältnis haben. Verzweifelt versucht ihr Joe klarzumachen, daß kein Grund zur Beunruhigung bestehe, doch zeigen seine Worte nicht viel Wirkung bei der aufgebrachten Norma. So macht sich Joe verärgert auf den Weg zu einem weiteren Abend mit Betty, und es gelingt den beiden, das Skript in den folgenden Stunden zu beenden. Im Mondschein wandern sie später über das Gelände der Paramount-Studios, als Betty, den Tränen nahe, ihm zögernd ihre Liebe gesteht. Die beiden fallen sich in die Arme und lassen ihren Gefühlen freien Lauf.

Als Joe spät nachts in die Villa am Sunset Boulevard zurückkehrt, ertappt er Norma bei einem geflüsterten Telefonat im Salon. Ohne Perücke und ungeschminkt sitzt die alternde Diva dort und ist soeben dabei, Betty die ganze Wahrheit über Joe Gillis zu erzählen. Er reißt ihr den Hörer aus der Hand und bittet Betty, auf der Stelle herzukommen, um sich ein eigenes Bild zu machen.
Die völlig aufgelöste Norma fleht Joe an, er möge sie nicht hassen, doch dieser ist außer sich vor Wut und will von allem nichts hören. Weinend, schreiend und wie von Sinnen stürzt Norma die Treppen hoch und erwartet im Schutz der Dunkelheit Bettys Ankunft.
Diese trifft wenige Minuten später ein, ist völlig irritiert und bittet Joe inständig, ihr alles zu erklären. Zynisch und verbittert erzählt er ihr von den Umständen seines Lebens, von der Macht des Geldes, von all dem Ruhm und Reichtum, der endlich zum Greifen nahe sei. Betty steht weinend da und kann ihren Ohren nicht trauen. Unter Tränen verläßt sie die Villa, und ein von sich selbst entsetzter Joe bricht zusammen, erstmals begreifend, was aus ihm geworden ist. Norma eilt zu ihm, will ihn trösten und mißdeutet sein Verhalten als Entscheidung für ein Leben mit ihr. Doch Joe wendet sich ab, packt seine Koffer und schickt sich an, das Haus zu verlassen. Anfangs bettelnd, dann bestimmend, verweigert Norma ihm den Abschied und versperrt ihm den Weg zur Tür. Erzürnt schreit er ihr den wahren Grund für den Anruf aus den Paramount-Studios entgegen und berichtet ihr von den angeblichen Fanbriefen, die allesamt aus der Feder von Max stammen. Norma verstummt und scheint in geistige Verwirrung zu verfallen. Als Joe weiterhin versucht, das Haus zu verlassen und nun den Weg durch den Garten nimmt, zerreißt ein Schuß die Szenerie. Joe stürzt verletzt zu Boden. Mit letzter Kraft versucht er nochmals in den Garten zu entkommen, doch die weiteren Schüsse aus Normas Pistole töten ihn und lassen ihn in den Pool stürzen.

Am nächsten Morgen ist der Salon des Hauses bevölkert von Polizei, Presse und Kamerateams. Norma hat sich seit der verzweifelten Tat in ihrem Zimmer versteckt, und Max versucht sie dazu zu bringen, sich der Polizei zu stellen. Wie auf einem Filmset ist der Salon durch die Scheinwerfer der Presse beleuchtet, während Max der völlig verwirrten Norma suggeriert, daß die Schlußszene ihres Films gedreht werde. Als "Salome" gekleidet, mit Schmuck und Silber umhangen, schreitet Norma langsam die Stufen der Galerie hinab. Wie in einer bizarren Stummfilmszene, wendet und dreht sie ihren Leib langsam in Verzückung und erscheint wie ein Star aus längst vergangener Zeit. Plötzlich unterbricht sie ihre künstlerische Darbietung. Vor Gefühl überströmend, dankt sie ihrem Regisseur Cecil B. DeMille für diese Chance und verbeugt sich in einer kurzen Rede vor all den Menschen, die im Dunkeln des Kinos so lange auf ihre Rückkehr warten mußten.
Die "Film-Szene" nimmt ihren Verlauf, und umringt von Polizei und Presse besingt eine überglückliche Norma ihr imaginäres Glück, endlich wieder angekommen zu sein in der Welt aus Träumen, Licht und Zelluloid.

Quelle: Musical-Jahrbuch 1998

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Musiknummern

1. Akt 2. Akt
Ouvertüre Entr'acte
Es war etwa fünf Uhr früh Sunset Boulevard
Dann bis bald Ein gutes Jahr (Reprise)
Aufzugeben Als hätten wir uns nie Goodbye gesagt
Nur ein Blick Aufzugeben (Reprise)
Salome Sie trifft ihn (Reprise)
Kein Star wird jemals grösser sein Wer ewig jung sein will, muss eben leiden
Kino Viel zu sehr
Sie trifft ihn Träume aus Licht (Reprise)
Träume aus Licht Sunset Boulevard (Reprise)
Die Rechnung zahlt die Dame Kein Star wird jemals grösser sein (Reprise)
Ein gutes Jahr
Nur noch ein Jahr

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Aufführungsorte/Spielzeiten

Deutschland:
Rhein-Main-Theater, Niedernhausen, 08.12.1995 - 03.05.1998
West End:
Adelphi Theatre, London, 12.07.1993 - 05.04.1997
Broadway:
Minskoff Theatre, New York, 17.11.1994 - 22.03.1997
sonstige (ehemals):
Kanada, Australien

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© Dani, März 2005

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